Warum Fugen das Problem sind
Fliesen selbst sind unproblematisch: wasserundurchlässig und langlebig. Das Problem sind die Fugen dazwischen. Zementfugen nehmen Feuchte auf und verfärben sich, Silikonfugen werden mit den Jahren spröde und lösen sich an den Rändern.
Dazu kommt die Optik. Ein Fugenraster teilt kleine Bäder optisch weiter auf, während eine durchgehende Fläche den Raum ruhiger und größer erscheinen lässt.
Der Aufbau Schicht für Schicht
Zuerst kommt die Abdichtung. Sie liegt unter dem Putz, nicht im Putz – das ist der wichtigste Punkt, denn Kalkputz ist ohne Abdichtung nicht wasserabweisend. Im Duschbereich ist eine Abdichtung nach DIN 18534 erforderlich; wir arbeiten mit einer Verbundabdichtung (einer dünnen, fest haftenden Dichtschicht) und Dichtbändern in den Ecken und an Rohrdurchführungen.
Darüber liegt eine armierte Spachtelung. Das Gewebe verteilt Spannungen und verhindert, dass Bewegungen aus dem Untergrund in die Sichtfläche durchschlagen.
Dann ziehen wir zwei Lagen Kalkglätte dünn von Hand auf. Die zweite Lage ist die Sichtlage; wir arbeiten sie pro Wand in einem Zug, damit keine Ansätze stehen.
Zum Schluss verdichten wir die Fläche und seifen sie zweimal ein. Die Seife reagiert mit dem Kalk und verdichtet die Oberfläche so weit, dass Wasser eher abperlt, während die Wand dampfdurchlässig bleibt.
Was den Preis bestimmt
Drei Größen: die Fläche, die Anzahl der Lagen und ob im Nassbereich zusätzlich geseift wird. Dazu kommt der Zustand des Untergrunds – auf einer geraden, trockenen Wand arbeiten wir schneller als auf einer, die erst in die Ebene gebracht werden muss.
Ob ein fugenloses Bad günstiger oder teurer wird als eine Verfliesung, hängt vom Projekt ab; dafür erstellen wir Ihnen ein Angebot.
Reinigung und Pflege
Wasser und milde Seife genügen. Was Sie vermeiden sollten, sind säurehaltige Kalkreiniger und Scheuermittel, weil Kalk säureempfindlich ist.
Wer nach dem Duschen kurz abzieht, schont die Oberfläche – das gilt allerdings für Fliesen genauso. Bei Bedarf kann die Fläche nachgeseift werden.
Wo die Grenzen liegen
Direkt im Bodenbereich der Dusche arbeiten wir nicht mit Kalkglätte, sondern mit einem geeigneten Bodensystem oder einer Duschtasse. Der Boden hat andere Anforderungen an Rutschhemmung und Belastung.
Und: Wenn ein Untergrund arbeitet, etwa eine frisch gestellte Trockenbauwand ohne ausreichende Aussteifung, klären wir das vorher. Eine fugenlose Fläche verzeiht Bewegung schlechter als ein Fugenraster.


