Warum wir keine Preisliste haben
Ein Quadratmeterpreis ohne Projekt ist eine Zahl ohne Wert. Dieselbe Leistung kostet im Neubau mit vier großen Wänden deutlich weniger als im Altbau mit Nischen, Schrägen und alten Putzresten.
Deshalb nennen wir Preise erst, wenn wir die Wände gesehen haben. Was Sie dann bekommen, ist ein schriftliches Angebot mit einzelnen Positionen. Was Sie hier bekommen, ist die Logik dahinter – damit Sie Angebote lesen und vergleichen können.
Was den Preis treibt
Der größte Faktor ist meist nicht das Material, sondern die Arbeitszeit. Alles, was Zeit kostet, treibt den Preis: viele kleine Flächen statt einer großen Wand, Nischen, Schrägen, Heizkörpernischen, Rollladenkästen.
Der zweite Faktor ist der Untergrund. Ein sauberer Neubau aus Kalksandstein ist schnell verputzt. Eine Altbauwand mit Resten alter Putze, unterschiedlichem Saugverhalten und Fehlstellen braucht Vorarbeit, Grundierung und teilweise Armierung (eingebettetes Gewebe gegen Risse).
Der dritte Faktor ist die Qualitätsstufe, und der wird oft unterschätzt. Höhere Qualitätsstufen erfordern zusätzliche Arbeitsgänge, zum Beispiel einen weiteren Glättgang oder eine vollflächige Spachtelung, jeweils mit Trocknen, Schleifen und Absaugen.
Welche Qualitätsstufe wofür vorgesehen ist
Das Merkblatt 3 der Gipsindustrie (07/2021) sagt, welche Stufe wofür gedacht ist. Q2 ist der Standard, zum Beispiel für grobkörnige Raufaser und matte Anstriche. Q3 passt unter anderem zu feineren Oberputzen und Raufaser. Q4 ist für matte bis mittelglänzende Anstriche, Spachteltechniken sowie Metall-, Vinyl- und Seidentapeten gedacht. Die Stufe wird immer zusammen mit der Ausführung angegeben, etwa „Q3 – geglättet“.
Fällt Licht später flach über die Wand, etwa in Fluren mit Fenster am Ende, treten Unebenheiten stärker hervor. Die Lichtverhältnisse sollten vor dem Verputzen bekannt sein; völlige Schattenfreiheit ist bei keiner Stufe erreichbar, und eine Beurteilung im Streiflicht ist laut Merkblatt nicht vorgesehen. Glatte, ungefüllte Beschichtungen verstärken Unebenheiten zusätzlich.
Eine höhere Stufe bedeutet Mehraufwand. Deshalb lohnt es sich, die Stufe flächenweise festzulegen statt pauschal für das ganze Haus – das besprechen wir beim Vor-Ort-Termin. Erhöhte Ebenheit nach DIN 18202 muss im Vertrag vereinbart werden.
Angebote richtig vergleichen
Wir raten Ihnen: Achten Sie darauf, ob die Qualitätsstufe im Angebot steht. Fehlt sie, gilt nach VOB/C (DIN 18350) Q2 geglättet, und dann sind zwei Angebote nicht vergleichbar, wenn eines Q3 kalkuliert hat.
Prüfen Sie außerdem, ob Profile, Eckschienen, Abkleben, Grundierung und Entsorgung enthalten sind. Fehlen sie im Angebot, können sie später als Nachtrag hinzukommen.
Und fragen Sie nach der Abrechnungsart. Bei der Abrechnung nach Aufmaß (VOB) werden Öffnungen, etwa Fenster, erst ab einer bestimmten Größe von der Fläche abgezogen. Das ist üblich und korrekt. Es sollte aber im Angebot stehen, damit Sie die Endsumme einschätzen können.
Was Sie für ein Angebot brauchen
Für eine erste Einschätzung am Telefon genügen drei Angaben: die ungefähre Wand- und Deckenfläche, um welche Art Gebäude es geht und wann es losgehen soll.
Für das verbindliche Angebot kommen wir vorbei. Der Termin kostet nichts, und Sie erfahren dabei auch, wo sich Aufwand lohnt und wo nicht. Zwei Handybilder vorab helfen, wenn es schneller gehen soll.


